Projekte und Ausstellungen "Certificate no. 000358/" Fotografien Projektbeschreibung FotografIn Ausstellungsverleih |
Projektbeschreibung Tschernobyl in der Ukraine wurde zum Ort des berühmtesten und berüchtigtsten nuklearen Unfalls aller Zeiten. Die Explosion des Atomreaktors 1986 wirkte sich auf das Leben von Millionen Menschen in Westrussland, Weißrussland und der Ukraine aus. Zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, im April 2011, verdeutlicht das Projekt Certificate no. 000358/, dass Tschernobyl keinesfalls ein Einzelfall war. Der Störfall war nur ein weiteres Beispiel aus einer Serie von verheerenden Atom-Unfällen, die in den vergangenen 45 Jahren in der ehemaligen Sowjet-Union stattgefunden haben. Das Projekt ist stark verknüpft mit der aktuellen Diskussion über den Klimawandel und die Notwendigkeit, unsere Energieversorgung der Zukunft zu sichern. Atom-Energie wird uns als die Alternative zu fossilen Brennstoffen präsentiert. Bei der weiteren Entwicklung der Nuklear-Industrie wird Russland eine zentrale Rolle spielen. Das Land ist einer der wichtigsten Akteure in der weltweiten Atomindustrie. Es exportiert seine nukleare Technologie in aufstrebende Schwellenländer wie Iran, Indien und Pakistan; es produziert nukleare Brennelemente für Frankreich, Deutschland und die Niederlande und importiert nuklearen Abfall zur Endlagerung oder zur Wiederaufbereitung aus Ländern wie Taiwan, Japan, Ungarn, Iran, der Schweiz, der Tschechischen Republik und China. Die russische Nuklear-Industrie hat jedoch eine erschreckende Geschichte mit Unfällen und der vorsätzlichen Entsorgung von nuklearem Material direkt in die Umwelt. Viele der Atomreaktoren, die noch in Betrieb sind, sind unsicher und kontaminieren weiterhin große Flächen in abgelegenen Regionen, zum Beispiel in Sibirien. Certifcate no. 000358/ beschreibt vier Regionen Mayak, im Südosten des Urals, spielte eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von waffenfähigem Plutonium. Unfälle und sorgloser Umgang mit nuklearem Abfall setzten 272.000 Menschen einer sehr hohen Radioaktivität aus. Die Anlage gilt als eines der unsichersten und umweltschädlichsten Kernkraftwerke weltweit. Nichts desto trotz spielt Mayak eine sehr wichtige Rolle bei der Lagerung und Wiederaufbereitung von nuklearem Material aus dem Ausland. Semipalatinsk, im Osten Kasachstans, war das Haupt-Testgebiet für Atomwaffen in der Sowjetunion. Ungefähr 475 über- und unterirdische Atomtests wurden hier zwischen 1945 und 1989 durchgeführt. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) geht davon aus, dass dort über 1,2 Millionen Menschen über lange Zeit ernsthaft verstrahlt wurden. Tschernobyl, in der Ukraine, ist der Ort der bisher schlimmsten atomaren Katastrophe weltweit. Als 1986 der Kernreaktor explodierte, hatte dies Auswirkungen auf das Leben vieler Millionen Menschen in Westrussland, Weißrussland und der Ukraine. Alle drei Länder wollen neue Atomreaktoren bauen, um den Strom nach Europa zu exportieren. Tomsk-7, in Westsibirien, erlebte seinen letzten Unfall 1993. Eine Explosion zerstörte Teile einer Wiederaufbereitungsanlage und schleuderte Uran sowie Plutonium in die Atmosphäre. Eine Fläche von 200 Quadratkilometern wurde verseucht, einige Dörfer wurden evakuiert. Stark radioaktiver Abfall aus der Anlage Tomsk-7 wird weiterhin in unmittelbarer Nähe zu bewohnten Gebieten deponiert. Eine geplante zweite Wiederaufbereitungsanlage soll die steigenden Importe radioaktiven Abfalls aus Europa verarbeiten. |